Anwendungsbeispiel: Innere Kreisläufe

Sobald Ihre Klient:innen verstanden haben, wie automatische Gedanken und negative Grundannahmen die eigenen Gefühle beeinflussen, können Sie das Modell um die Handlungsebene erweitern.

Zeigen Sie auf, wie unser Verhalten in einem Kreislauf unsere negativen Grundannahmen bestätigt (self-fulfilling prophecy).

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Ich bin für andere langweilig und uninteressant.

Denken

Fühlen

Handeln

Zeichnen Sie eine Denkblase auf das Whiteboard und stellen Sie die denkende Figur daneben. Füllen Sie die Denkblase mit einer negativen Grundannahme.

1

Welches Gefühl löst dieser Gedanke wohl aus? Suchen Sie die passende Emotion.

2

Ich fühle mich unsicher und gehemmt.

Wie handele ich, wenn ich meinem negativen Gefühl nachgebe? Bauen Sie das passende Verhalten nach.

3

Deshalb spreche ich in Gruppen so wenig wie möglich.

Was ist die Folge?
Das Verhalten bestärkt die negative Grundannahme.

4

Dadurch wirke ich tatsächlich etwas langweilig.

An welcher Stelle könnte eine Person den Kreislauf unterbrechen?

Erläutern Sie, dass man Gefühle nur sehr schlecht direkt beeinflussen kann.
Handlungsspielräume liegen eher auf der gedanklichen und vor allem auf der Handlungsebene.

Entwickeln Sie Alternativen im Bereich der Gedanken.
  • Wie könnte ich den Gedanken umformulieren,

  • damit er konstruktiver wird?

  • Wie würde sich das auf die Gefühle auswirken?

  • Wie würde sich das auf mein Handeln auswirken?

Noch wirkungsvoller ist es, den Kreislauf auf der Ebene des Handelns zu verändern. 
  • Wie könnte ich mich – trotz meiner negativen Gedanken und Gefühle – anders verhalten?

  • Wenn ich nicht völlig anders handeln kann: kann ich mein Verhalten zumindest um 10 Prozent verändern?

  • Wie würde meine Umwelt auf mein neues Verhalten reagieren?

  • Wie könnten neue Erfahrungen dazu führen, meine ursprüngliche negative Grundannahme zu relativieren?